Schlafmedizin

Der Mensch verbringt ca. ein Drittel seiner Lebenszeit mit Schlaf. Über 30% der deutschen Bevölkerung leiden jedoch unter Schlafstörungen - Tendenz steigend. Unbehandelt hat dies fatale Folgen. Wir möchten hier in unserer Praxis Ihre Schlafstörungen untersuchen und es Ihnen ermöglichen, wieder schlafen zu lernen.

Symptome bei Schlafstörungen

  • Schnarchen und Atemaussetzer
  • unruhige Beine
  • chronische Müdigkeit
  • häufige Kopfschmerzen
  • nächtlich hoher Blutdruck
  • Herzrythmusstörungen
  • Herzmuskelschwäche

Untersuchung & Behandlung

  • Polygraphie
  • Beratung zur Schlafhygiene
  • schlafbezogenes Verhaltenstraining
  • Polysomnographie (im Schlaflabor)
  • Betreuung Maskenbeatmung (CPAP, BIPAP)
  • Rückenlage-Verhinderungsweste
  • Unterkiefer-Protrusionsschienen

Folgen von Schlafstörungen

  • Schnarchen und Atemaussetzer
  • unruhige Beine
  • chronische Müdigkeit
  • häufige Kopfschmerzen
  • nächtlich hoher Blutdruck
  • Herzrythmusstörungen
  • Herzmuskelschwäche

Fragen & Antworten

Was ist „normaler“ Schlaf?

Die Gesamtschlafzeiten, die ein Mensch benötigt, unterscheiden sich individuell sehr.  Als „normal“ gelten Schlafzeiten von 6-9 Stunden/Tag. Kinder und Jugendliche benötigen je nach Alter deutlich mehr Schlaf. Auch ist der Schlaf in der Kindheit „fraktioniert“, d.h. stundenweise verteilt über den Tag. Im Rentenalter gleicht sich der Schlafrhythmus wieder dem kindlichen Rhythmus an, d.h. ein Mittagsschlaf ist völlig „normal“. Damit geht allerdings auch ein zeitlich verminderter Nachtschlaf einher. Zusätzlich dazu gibt es vom Schlafverhalten her „Eulen“ und „Lerchen“. Eulen gehen deutlich später ins Bett und stehen spät auf, Lerchen gehen gern früher ins Bett und sind früher am nächsten Tag ausgeruht und leistungsfähig. Dies ist genetisch festgelegt.

Insgesamt gilt aber: Das tägliche Befinden ist entscheidend, nicht die absolute Stundenzahl des Schlafes.

Warum ist ein gesunder Schlaf wichtig?

Während unseres Schlafes kommt der Körper zur Ruhe und erholt sich. So werden z.B. die Glukogenspeicher im Hirn aufgefüllt, die Körpertemperatur und der Energieverbrauch des Körpers sinken.  Ein erholsamer Schlaf ist wichtig für das Immunsystem; ein Schlafdefizit führte in verschiedenen Untersuchungen zu einer erhöhten Infektanfälligkeit. Im Schlaf sind Teile des Gehirns weiter aktiv, vor allem laufen wichtige Prozesse der Gedächtnisbildung ab. Faktenwissen und erlernte motorische Fähigkeiten gelangen aus dem Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis und stehen somit abrufbereit. Es werden Wachstumshormone v.a. im Tiefschlaf ausgeschüttet.

Welche Symptome zeigen mir eine „Schlafstörung“ an?

Typische Zeichen von Schlafstörungen sind eine Einschränkung der körperlichen  und geistigen Leistungsfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit. Sie fühlen sich morgens nach dem Aufstehen unausgeschlafen und „wie gerädert“. Tagsüber nimmt die Müdigkeit zu und kann zu ungewolltem Einschlafen führen. Kopfschmerzen oder Stimmungsschwankungen können ebenfalls auftreten.

Welche Folgen hat eine unbehandelte Schlafstörung?

Unbehandelte Schlafstörungen führen zu erheblichen Komplikationen. Zum Einen kommt es zu einer Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit und erheblichen Unfallgefährdung privat als auch im beruflichen Umfeld. Blutdruckschwankungen, Herzrhythmusstörungen, vermehrtes Auftreten von Herzinfarkten oder Schlaganfällen sowie eine reduzierte Lebenserwartung sind ebenso bekannte Folgen wie das Auftreten von Depressionen oder Krebsleiden. Sogar die Adipositas (=Fettsucht) wird aktuell als Folge einer Schlafstörung diskutiert und erforscht.

Welche Ursachen kann meine Schlafstörung haben?

Die Ursachen Ihrer Schlafstörung können sehr vielfältig sein: Schnarchen, Atemaussetzer, (Bein-/Arm-)Bewegungen im Schlaf, Schlafwandeln, Albträume, Schichtarbeit, Stress, Lärm-/Lichtquellen („Großstadt“), Schmerzen, nächtliche Herzrhythmusstörungen/Luftnot etc.  Die genaue Abklärung der Ursachen obliegt dem Schlafspezialisten („Schlafmediziner/Somnologen“).

Welche Schlafstörungen gibt es?

Wir Schlafmediziner unterscheiden unterschiedliche Gruppen von Schlaferkrankungen:

  1. Ein- und Durchschlafstörungen (Insomnien)
  2. Schlafbezogene Atemstörungen (z.B. die sogenannten „Atemaussetzer“=Schlafapnoesyndrom)
  3. Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus (Schichtarbeit, jetlag etc)
  4. Hypersomnien (z.B. die Narkolepsie mit stärkster Schläfrigkeit)
  5. Schlafbezogene Bewegungsstörungen (wie das Restless legs Syndrom)
  6. Parasomnien (Schlafwandeln, Alpträume)

Wann ist eine Untersuchung notwendig und welche?

In unserer Gesellschaft ist Leistungsfähigkeit sehr gefragt, oft verbunden mit hohem Stresslevel. So ist es völlig normal, vereinzelt unruhig zu schlafen. Schlafen Sie regelmäßig über mehr als 3 Monate (mehrfach/Woche) schlecht ein oder wachen mehrfach pro Nacht auf und können nicht mehr einschlafen, dann sollten Sie einen Arzt konsultieren. Ebenso gehören folgende Beschwerden schlafmedizinisch abgeklärt:

Schnarchen, Atemaussetzer,  chronische Müdigkeit, Tagesschläfrigkeit, Kopfschmerzen, nächtliche Blutdruckerhöhungen/Herzrhythmusstörungen, unklare Herzschwäche.

An wen wende ich mich mit meinen Schlafproblemen?

Als erstes sollten Sie mit Ihrem Hausarzt reden. Dieser kann mit einer körperlichen Untersuchung und Labortests erste Ursachen Ihrer Müdigkeit ausschließen. Danach sollten bei einem Spezialisten weiterführende Untersuchungen angeschlossen werden (spezielle Fragebögen, ambulante Polygraphie etc.) mit eventueller Einweisung im Anschluss in ein Schlaflabor.

Was kann ich tun?

Wenn alle Untersuchungsergebnisse beim Hausarzt und Schlafspezialisten negativ sind und keine spezifische Ursache oder Krankheit für die Schlafsstörung gefunden werden kann, liegt eine primäre Insomnie vor. Diese Schlaflosigkeit ist nur durch psychosoziale Veränderungen behandelbar. Wir empfehlen dann eine Lebensstilintervention mit den Inhalten der Mind Body Medizin. Diese "Schlafkur" wird von den Krankenkassen bezuschusst.

Weitere Informationen finden Sie auf unserem Infoblatt Schlafygiene.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für mich?

Je nach der Ursache Ihrer Schlafstörung gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten:

  • Schlafbezogenes kognitives Verhaltenstraining incl. Aufklärung über richtige Schlafhygiene
  • Medikamentöse Intervention
  • Nächtliche Maskenbeatmung (CPAP)
  • Sauerstoffgabe
  • Rückenlageverhinderung/Unterkieferprotrusionsschienen
  • Chirurgische Verfahren
  • Lichttherapie, Entspannungsverfahren etc.
  • Chronotherapie
  • Schlafkur

Was sind „ideale“ Schlafbedingungen?

Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserem Infoblatt Schlafhygiene.

Kooperationspartner

Wir arbeiten aktiv mit folgenden Schlaflaboren zusammen:

Schlafmedizin Ev. Fachkrankenhaus für Atemwegserkrankungen Harztor OT Neustadt
Schlafmedizin Ev. Fachkrankenhaus für Atemwegserkrankungen Harztor OT Neustadt
Schlaflabor im Südharzklinikum Nordhausen
Schlaflabor im Südharzklinikum Nordhausen

Infos & Downloads für Patienten

Schlafhygienische Maßnahmen

Schlafhygienische-Massnahmen.pdf [152,4 kB]

Fünf Tipps für Nachtschichten

5-Tipps-fuer-Nachtschichten[1].pdf [104,7 kB]

Infos & Downloads für ärztliche Kollegen

Vortrag Müdigkeit rationelle Diagnostik und Therapie

Vortrag-Muedigkeit-2019.pdf [2,62 MB]

ESS - Fragebogen zur Tagesschläfrigkeit

Fragebogen-ESS.pdf [21,2 kB]

GAD7 - Selbsttest zur generalisierten Angst

Fragebogen-GAD7.pdf [67,3 kB]

PHQ9 - Gesundheitsfragebogen für Patienten

Fragebogen-PHQ9.pdf [134,8 kB]

PSQI - Schlafqualitäts-Fragebogen

Fragebogen-PSQI.pdf [144,5 kB]

RIS - Regensburger Insomnie Skala

Fragebogen-RIS.pdf [124,1 kB]

STOP-Bang-Fragebogen

Fragebogen-STOP-BANG.pdf [69,8 kB]

Schlaftagebuch

Schlaftagebuch.pdf [262 kB]

Selbsttest: Leiden Sie unter Schlafstörungen?

Trifft einer oder mehr der folgenden Punkte auf Sie zu, sollten Sie die Ursachen untersuchen lassen.
Möglicherweise kann eine Schlafkur zur Verbesserung Ihrer Situation beitragen.

  1. Sie schnarchen laut.
  2. Sie (oder Ihr Partner) haben schon Atemstillstände im Schlaf beobachtet.
  3. Sie sind tagsüber oft müde und erschöpft.
  4. Sie schlafen öfter als zweimal pro Woche schlecht ein.
  5. Sie erwachen öfter als zweimal pro Woche und können dann schlecht wieder einschlafen.
  6. Sie haben Probleme einzuschlafen, weil Ihre Beine unruhig sind oder Sie Schmerzen haben.
  7. Sie fühlen sich oft depressiv?
  8. Sie nehmen öfter als zweimal pro Woche Schlafmittel ein?
  9. Nicken Sie tagsüber ungewollt ein.
  10. Sie leiden unter hohem Blutdruck oder Herzrythmusstörungen.
  11. Sie haben/hatten eine Herzerkrankung oder einen Schlaganfall.
  • Prima, Sie fühlen Sich wohl und es ist keine Untersuchung notwendig.
  • Wir empfehlen Ihnen gelegentlich eine Beratung zum Thema Schlafstörungen.
  • Wir empfehlen Ihnen dringend eine Untersuchung zum Thema Schlafstörungen.
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